COVID-19 und fehlende Planungssicherheit für den Ausstellungsbetrieb

Das COVID-19 Virus bestimmt weite Teile unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens. Die Kunst- und Kulturbranche ist dabei als „nicht systemrelevante Infrastruktur“ besonders von Einschränkungen betroffen und großen Unsicherheiten unterworfen.

Der Kunst- und Kulturbetrieb ist jedoch relevant und kommt dauerhaft nicht ohne Publikum und der Öffentlichkeit aus. Vieles lebt von der Veranstaltung, vom Treffen und der Interaktion zwischen Kunstschaffenden und dem Publikum in dadurch geschaffenen diskursiven Kommunikationsräumen. Daher lässt sich auch nicht alles ohne weiteres in virtuelle Räume verlagern.

Für Veranstaltungen fehlt momentan  jegliche mittel- und langfristige Planungssicherheit, da, je nach Verbreitung der Infektion, Einschränkungen des öffentlichen Lebens festgelegt werden. Und das meist sehr kurzfristig.

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Verlagerung in den Freiraum als Lösungsansatz

Um eine gewisse Planungssicherheit für Ausstellungen zu erlangen, müssen Lösungen entwickelt werden, die auch bei einem stärkeren Infektionsgeschehen und damit einhergehenden Einschränkungen im Veranstaltungsbetrieb durchführbar bleiben.

Nach derzeitigem Wissensstand wird das COVID-19 Virus vermehrt über Aerosole übertragen. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit vielen Menschen werden deshalb als besonders problematisch eingestuft. Das Ansteckungsrisiko im Freien dürfte weitaus geringer sein, was sich in den Sicherheitsmaßnahmen der österreichischen Bundesregierung widergespiegelt hat. Eine Verlagerung von Ausstellungen in den Freiraum erscheint daher aus heutiger Sicht als robuste Alternative, die auch bei stärkeren Einschränkungen des öffentlichen Lebens durchführbar bleibt.

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Toolkit für Open-Air Ausstellungen

Die Übersiedelung eines Ausstellungskonzeptes ins Freie ist mit großen Herausforderungen verbunden – auf organisatorischer, technischer und finanzieller Ebene. Erschwerend hinzu kommt, dass solche Entscheidungen meist kurzfristig getroffen werden müssen. Daher hat Johannes Hloch, gemeinsam mit dem Team des HAUS DER LANDSCHAFT ein kleines Toolkit für Outdoor Ausstellungen zusammengestellt. Das  Toolkit soll eine rasche Entscheidungshilfe für betroffene Institutionen bieten und dabei helfen, folgende Fragen zu klären:

  • Welche Gegebenheiten braucht es, um die geplante Ausstellung in den Freiraum zu übersiedeln?
  • Welche Medien können Inhalte im Freiraum präsentieren?
  • Auf welche zusätzlichen Herausforderungen sind dabei zu achten?
  • Wie kann eine technische Umsetzung im Rahmen der eigenen Möglichkeiten aussehen?

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Für wen ist das Toolkit gedacht?

Vor allem kleinere und mittelgroße VeranstalterInnen verfügen meist nicht über die zeitlichen und finanziellen Ressourcen für aufwändige Übertragungen von Innen nach Außen. Dafür sind sie oft MeisterInnen der Improvisation und verfügen über  Ressourcen wie etwa Crowd Knowlege oder eine breite Freiwilligen-Community. Das Toolkit soll helfen, möglichst wenig Zeit mit Recherchen zu verbringen sondern das Vorhaben rasch in Umsetzung bringen zu können. Und natürlich ist das Toolkit auch für uns im HAUS DER LANDSCHAFT gedacht, denn wir haben in den nächsten Monate viel vor – drinnen oder draußen, lasst euch überraschen!