Nextland × ÖGLA
Wasser ist eine lebenswichtige Ressource und ein zentraler Faktor räumlicher Entwicklung. Es formt Landschaften, steuert ökologische Prozesse und ist im urbanen Raum zugleich Ressource, Risiko und Gestaltungsaufgabe. Im Kontext von Klimawandel, Hitze und Starkregen gewinnt sein Umgang im öffentlichen Raum an Bedeutung.
SONNENPLATZ AUF DER SCHATTENSEITE
Kaiserbadschleuse von Carla Lo Landschaftsarchitektur
Ein bislang verborgener Stadtraum tritt erstmals als öffentlicher Freiraum in Erscheinung: Die Kaiserbadschleuse am Wiener Donaukanal wurde mit den schwimmenden Gärten von Carla Lo Landschaftsarchitektur zu einem neuen Aufenthaltsort direkt auf dem Wasser.
Die Neugestaltung greift bestehende Strukturen und die Sichtachsen des gegenüberliegenden, von Otto Wagner entworfenen Schützenhauses auf und entwickelt sie weiter. Historische Elemente wie Treppen, Geländer und das alte Wehr bleiben ablesbar und werden in die neue Nutzung integriert.
Holzplattformen und modellierte Landschaften schaffen Aufenthaltsräume zum Sitzen und Liegen. Dazwischen strukturieren Gräser, Stauden und kleinkronige Gehölze den Raum, während die Schleuseninsel selbst bewusst reduziert bleibt.
So entstehen zwei Atmosphären auf engem Raum: ein lebendiger Garten auf dem Wasser und eine ruhige Insel im Fluss – ein konsumfreier Freiraum im Zentrum der Stadt.






(c) Johannes Hloch
ZWISCHEN STROM UND STADT
Donaukanal von Karl Grimm Landschaftsarchitekten
Der Donaukanal hat zwischen Salztor- und Marienbrücke eine zeitgemäße Neugestaltung von Karl Grimm Landschaftsarchitekten erhalten, die Aufenthaltsqualität, Klimaanpassung und Mobilität miteinander verbindet.
Zuvor verlief ein gemischter Fuß- und Radweg direkt entlang der denkmalgeschützten Kaimauer. Die Neuplanung trennt nun die Bewegungsströme klar voneinander: Der Radweg verläuft entlang der Galeriewand der U-Bahn, die Fußgängerpromenade wird wasserseitig geführt. Dazwischen entsteht ein Grünstreifen mit Aufenthaltsbereichen und Infrastruktur.
Neue Platzsituationen an den historischen Treppenanlagen schaffen Orte zum Verweilen am Wasser. Holzplattformen erweitern die bestehenden Stiegenanlagen, helle Belege, Sitzangebote und Nebelstelen erhöhen die Aufenthaltsqualität im Sommer.
Das Regenwassermanagement folgt dem Prinzip der Schwammstadt: Niederschläge werden gespeichert und zur Bewässerung der Bäume genutzt. So entsteht ein Stadtraum am Wasser, der Bewegung, Aufenthalt und Klima in eine gemeinsame Linie bringt.






(c) Romana Graf, Karl Grimm Landschaftsarchitekten
DIE UFER DES STADTSEES
Stadtsee Horn von YEWO Landscapes
In Horn wurde der bestehende Stadtsee neu gestaltet und als Teil des öffentlichen Lebens stärker in den Stadtraum eingebunden. Ziel war es, den Zugang zum Wasser zu verbessern und den umliegenden Freiraum vielseitiger nutzbar zu machen.
Ein aufgeständertes Holzdeck entlang des Ufers erleichtert heute den Zugang zum Wasser und schafft neue Liege- und Aufenthaltsbereiche direkt am See. Ergänzende Kiesschüttungen ermöglichen einen komfortableren Ein- und Ausstieg. Sitzstufen führen zum Wasser hinunter und schaffen Orte zum Verweilen mit unmittelbarem Bezug zur Landschaft.
Gleichzeitig wurde die Parkanlage rund um den See funktional erweitert. Spiel- und Ruhezonen bieten unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten, Spazierwege, Gastronomie und eine Seebühne beleben zusätzlich den Ort.






(c) Kurt Hörbst






















