Wer die HAUS DER LANDSCHAFT Interviewserie „Wer plant Landschaft?“ verfolgt, kennt bereits die Antwort auf die selbst gestellte Frage: Ja genau, es sind LandschaftsarchitektInnen, die sich mit der Planung und Gestaltung unserer Landschaftsräume befassen. Nachdem wir schon einige in Österreich erfolgreich tätige Landschaftsarchitekturbüros vorgestellt haben, ist es an der Zeit zu erklären: Wie wird man eigentlich LandschaftsarchitektIn?

 

In Österreich erlangen LandschaftsarchitektInnen ihre fachliche Befähigung durch Absolvierung einer einschlägigen Hochschulausbildung, in der Regel im Rahmen des mindestens fünfjährigen Studiums „Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur“ an der Universität für Bodenkultur, Wien (BOKU). Auch die Ausbildung auf der Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalt HBLFA Schönbrunn in Wien befähigt zur Ausübung des Berufs. Viele der HBLFA AbsolventInnen setzen jedoch ihre Ausbildung an der BOKU fort, um das erworbene Fachwissen weiter zu vertiefen.

 

Kann man mit einem BOKU Studium in der Tasche gleich als freischaffende/r LandschaftsarchitektIn mit eigenem Planungsbüro loslegen?

Zur selbständigen Planung und Realisierung landschaftsarchitektonischer Projekte ist neben der beschriebenen Befähigung noch ein weiterer Schritt notwendig. Denn neben dem breiten Fachwissen erfordert die Führung eines Büros eine Menge Erfahrung und Spezialwissen. Schließlich tragen LandschaftsarchitektInnen viel Verantwortung und haften für die eigenen Planungsleistungen. Es braucht also eine spezielle Befugnis zur selbständigen Berufsausübung.

 

Wer vergibt die Befugnis zur Planung der Landschaft?

Selbständige Leistungen können als ZiviltechnikerIn, genauer als IngenieurkonsulentIn für Landschaftsplanung und Landschaftspflege erbracht werden. ZiviltechnikerInnen werden von der Kammer für Architekten und Ingenieurkonsulenten beeidigt und vertreten. LandschaftsarchitektInnen können ihre Leistungen aber auch als Ingenieurbüro für Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur anbieten, wobei die Befugnis zur Führung eines Ingenieurbüros als reglementiertes Gewerbe von der Wirtschaftskammer vergeben wird.

Zur Befugnis für eine selbständige Tätigkeit als LandschaftsarchitektIn gibt es 2 Wege:

1) Ansuchen bei der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten (ArchIng) zur Zulassung zur Ziviltechnikerprüfung (Nachweis einer akademischen Ausbildung und der erforderlichen Praxistätigkeiten im Ausmaß von mindestens 3 Jahren). Nach Ablegen der Prüfung und Vereidigung als ZiviltechnikerIn kann die freiberufliche Tätigkeit aufgenommen werden.

2) Ansuchen bei der Wirtschaftskammer (WKO), Fachverband Ingenieurbüros um Zulassung zur Gründung eines Ingenieurbüros (Nachweis einer entsprechenden Fachausbildung und der erforderlichen Praxistätigkeiten im Ausmaß von mindestens 3 Jahren). Nach Ablegen der Befähigungsprüfung kann die selbständige Tätigkeit im Rahmen eines Ingenieurbüros aufgenommen werden.
Im Übrigen, ob Ingenieurkonsulent oder Ingenieurbüro, die ÖGLA | Österreichische Gesellschaft für Landschaftsarchitektur vertritt die Interessen aller LandschaftsarchitektInnen gleichermaßen – unabhängig ob selbständig, angestellt, öffentlich bedienstet, WissenschaftlerIn oder StudierendeR. Und sie ist eine Berufs- und Interessensvertretung der LandschaftsarchitektInnen ganz freiwillig beitreten. Neuerdings auch ohne fachlichen Hintergrund, denn die ÖGLA steht allen FREUNDiNNEN DER LANDSCHAFT offen.